Skitourenerlebnis in den spanischen Pyrenäen
vom 21.- 29 März 2009 |
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| Teilnehmer: Cornelia Müller-Nauer, Martin
Nauer, Hermann Schnyder, Koni Föllmi, Ueli Fleischmann,
Hildegard Arheit, Gustav Schnyder, Adrian Wehren, Elsbeth
Schmid
Bergführer: Franz Zürcher, Einsiedeln |
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| Durchgeführte Touren im Überblick |
- Samstag, 21. März: Anreise
- Sonntag, 22. März: Pico Alba (3118 m.ü.M.)
- Montag, 23. März: Aneto (3404 m.ü.M.)
- Dienstag, 24. März: Tuc de Molieres (3010
m.ü.M.)
- Mittwoch, 25. März: Maladeta (3308
m.ü.M.)
- Donnerstag, 26. März: Picco de la
Paul (3083 m.ü.M.)
- Freitag, 27. März: Picco Clarabida
(3020 m.ü.M.)
- Samstag, 28. März: Hüttenwechsel
- Sonntag, 29. März: Rückreise
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| Nach über 16 langen Stunden ging ein Aufatmen durch
die Runde. Vor uns tauchte das Hotel Hospital de Benasque
in ihrem Lichtermeer vor. Mit unserem Kleinbus fuhren wir
über die endlosen französischen Autobahnen. Nach
dem Grenzübertritt auf spanischen Boden mussten noch
zwei Übergänge durchfahren werden, bis dieser erlösende
Moment kam. Franz, Adrian und ich sorgten dafür, dass
die Gruppe diese Kilometer unfallfrei hinter sich gebracht
haben. Das Hotel liegt ca. 10 km ausserhalb der Touristenhochburg
Benasque inmitten der spanischen Pyrenäen. Rasch haben
wir uns gemütlich eingerichtet und geduscht. Das Nachtessen
war danach hoch willkommen. Nach dem obligaten „Schlummi“
sank ich todmüde in das Bett.
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| Ein strahlender Morgen erwartete uns in einer winterlichen
Umgebung. Voller Motivation bereiteten wir uns auf den Aufstieg
zum Refugio Reclusa vor. Kaum losgelaufen und ca. 300 Höhenmetern
später standen wir vor unserer Unterkunft auf 2140m,
die für uns die nächsten 3 Nächte beherbergt.
Hier in kurzer Aufenthalt und wir zogen wir unsere Spuren
weiter zum Pico Alba auf 3118 m hoch. Wir konnten nicht ganz
mit den Skis zum Gipfel. Es fehlen noch ein paar Höhenmeter,
die wir vom Skidepot aus im kombinierten Gelände bezwingten.
Danach herrschte rundum eitel Freude über den ersten
Gipfelerfolg.
Auch die Abfahrt zeigte sich von der vornehmen Seite. Nur
allzuschnell erreichten wir das Refugio wieder. Dafür
blieb noch genügend Zeit zum Geniessen. Die herrliche
spanische Sonne trug auch ihren Anteil dazu bei.
Noch ein paar Worte zum Refugio Reclusa. Spanische Hütten
sind nicht ganz mit unseren SAC Hüttenstandard zu vergleichen.
Hier fehlte uns leider ein guter Vorplatz der uns am Nachmittag
für unser Sonnenbad, PD / ID und zur Trocknung zur Verfügung
stand. Auch der Aufenthaltsraum war eher ungemütlich
feucht. Dafür war das Personal insbesondere der Chef
und gleichzeitig Koch hervorragend. Als wir an einem Nachmittag
etwas „kleines“ zum Essen bestellten gab es ein
ganzes Menü zu einem Tiefpreis. Auch die Zimmer waren
einfach, sauber und zweckmässig mit Kajütenbetten
eingerichtet. Das reicht uns für die kommenden Tage.
Wir planen ja nicht den ganzen Tag in und um die Hütte
zu verbringen sondern sind für die tollen Skitouren hier
hinauf gekommen.
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| Bereits für heute plante unser Bergführer Franz
den höchsten unter allen Pyrenäengipfeln in Angriff
zu nehmen. Der Aneto ragt mit seinen 3404 m über Meer
über alles hinaus. Technisch unschwierig, aber Hänge
bis knapp an der 30 Grad Neigung machen diese Tour beliebt.
Bei super Morgenstimmung nahten wir uns nach ca. 4 Stunden
dem Ziel. Nach einer leichten aber etwas ausgesetzten Kletterpartie
standen auch hier alle auf diesem grossartigen Gipfel. Dabei
führte uns die Natur vor, dass auch die Pyrenäen
ein Gebirge ist, aus dem mit etwas Fantasie viele Möglichkeiten
geniale Skitouren zu machen sind. Gipfel an Gipfel gereiht
stehen die Berge wild und einladend da.
Nach dem Panoramastudium widmen wir uns unserer bevorstehenden
Abfahrt. Die endlosen und grosszügigen Schneehänge
verleiteten uns bei der Abfahrt, alles um sich zu vergessen
und voll zu geniessen. Dabei kurvten wir auf eine Ebene hinunter
die tiefer lag als das Rifugio Reclusa. Ein kurzer Aufstieg
von ca. 200 Hm, der uns einige Schweisstropfen abverlangte
schafften wir auch noch, denn schliesslich wartete das wohl
verdiente kühle Bier auf uns.
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| Die heutige Tour begann mit einer kurzen Abfahrt zum
gleichen Talboden hinunter wo wir von gestern noch hochgestiegen
sind. Danach zogen wir unsere Spuren Richtung Tuc de Molieres
auf über 3010 m über Meer. Auch wenn es etwas weniger
Höhenmeter im Aufstieg zu bewältigen war, sind es
die horizontale Distanz und auf dem Retourweg der nochmalige
Hüttenaufstieg wie gestern, die den Tag gut auszufüllen
vermochten. Leider erreichte uns eine kurze Kaltfront die
unser Gipfelglück etwas trübte. Wir liessen uns
davon nicht abhalten, denn schliesslich gibt es kein schlechtes
Wetter nur schlechte Bekleidung beim Bergsteigen. Im Talboden
angekommen „fellten“ wir uns wieder zur Hütte
hinauf und die Front verzog sich auch bereits wieder. |
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| Auch der 3308 m hohe Maladeta ist ein klasse Skitourenberg
und liess unsere Skitourenherzen wiederum höher schlagen.
Bereits am morgen beglückte uns die spanische Sonne und
wir waren sicher, dass auch diese Tour ein voller Erfolg wird.
Auch hier mussten wir mit Steigeisen am Schluss zu Fuss auf
den Gipfel steigen. Ohne Probleme erarbeiteten wir uns auch
das. Wiederum begrüsste uns eine sehr tolle Aussicht
und die unendliche Schwünge im spanischen Sulz rundeten
das Erlebnis fast ab.
Fast heisst dass wir nach einer kurzen Pause nochmals ca.
500 Höhenmeter auf einen Übergang in Angriff nahmen
und damit in einer direkten Linie das Hotel anvisierten. Danach
wurde die Infrastruktur des Hotels an diesem Nachmittag sehr
geschätzt und genutzt. Später besuchten wir noch
Benasque. das „Zermatt in den spanischen Pyrenäen“.
Bald hatten wir einen grossen Bergsportladen ausgemacht und
weiters flanieren war angesagt. Da es bis zum Abendessen das
in Spanien spät angesagt ist noch dauerte, leisteten
wir uns eine kleine Mahlzeit bevor wir uns wieder zum Hotel
zurückzogen.
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| Heute standen uns der lange Hüttenanstieg von ca.
3 ½ Std. bevor. Nach einer kurzen Fahrt mit unserem
Kleinbus schnallten wir unsere Ski auf den Rucksack. Aber
bald konnte Entwarnung gegeben werden und eine fast geschlossene
Schneedecke führte uns durch ein sehr langes Tal von
ca. 5 km hinauf zur Estoshütte auf ca. 1835 m. Ein sehr
schönes Tal das bestimmt im Sommer auch viel Besucher
aufweist. Kaum auf der Hütte angekommen sorgte die grosse
Hüttenterrasse für Ausgelassenheit. Aber nicht lange,
denn Franz machte uns den Vorschlag noch eine Skitour zu machen.
Ca 1200 Höhenmeter absolvierten wir noch auf den Picco
de la Paul. 3083 m . Auch hier machte die horizontale Distanz
diesen Nachmittag zu eine recht langen Tour. Mich erstaunte
dabei dass die Schneedecke am Nachmittag nicht allzu weich
wurde und ideale Verhältnisse vorzuweisen hatte. Es waren
heute insgesamt 1800 Höhenmeter, die wir auch wieder
mit einer Bierrunde auf der grossen Terrasse abschliessend
konnten.
Die Estoshütte ist auch eine einfache Hütte, die
an einem Schlafraum alla italienischen Eisenbetten in drei
Etagen und etwas engeren Verhältnissen erinnert. Zum
Glück waren hier nur zwei Übernachtungen geplant.
Der Hüttenwart, der alles alleine bewältigen musste
kam nicht an die Kochkünste seines Kollegen aus der Reclusa
Hütte an. Dafür hatte es nebst uns nur einige wenige
Gleichgesinnte.
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| Mit dem Picco Clarabida 3020 m war die kürzeste
Tour angesagt. Bereits ab der Hütte steil aufwärts
starteten wir bei wiederum makellosen Morgen zügig los.
Die Schneedecke war so hart das es sich lohnte, die Steigeisen
zu montieren und die ca. 30° Hänge hinaufzusteigen.
Eine schöne Landschaft in prächtiger Morgenstimmung
erwartete uns. Wir hatten das Gefühl in den Urner Alpen
versetzt zu sein. Später brannte die Sonne unterhalb
des Gipfels erbarmungslos auf uns nieder. Kaum zu glauben
nach aussagen einer französischen Kleingruppe das auf
morgen schlechtes Wetter angesagt sein sollte. Ist es heute
der letzte Gipfel oder gelingt uns von den 7 geplanten Touren
der letzte Tag auch noch eine Tour? Auf alle Fälle genossen
wir die gute Gruppestimmung auf diesem Gipfel.
Unendlich schöner Sulz begleitete uns bis zur Hütte.
Es war wiederum das perfekte Skitourenerlebnis. Da keine weiteren
Gäste auf der Hütte weilten konnten wir die ganze
Terrasse in Beschlag nehmen. Der Hüttenwart versuchte
unseren Wünschen mit Essen und Getränken gerecht
zu werden. Jassen, Sünnele und einfach geniessen, auch
das gehört zu einer perfekten Tourenwoche. Franz studierte
bereits um die morgige Tour herum. Geplant wäre auf den
Pico Perdiguero 3221 m zu steigen und nach der Abfahrt nochmals
einen kleinen Aufstieg bewältigen und zum Schluss mit
einer letzten Abfahrt direkt zum Hotel Hospital de Benasque.
zu gelangen. Gegen die Morgenstunden brachte eine Kaltfront
Schneefall weit unter die Hütte mit sich.
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| Der Entscheid war klar. Wir fahren
den Hüttenweg entlang wieder zum Ausgangspunk zurück,
wo wir am Donnerstag gestartet waren. Unzählige male Skis
ausziehen, tragen, Skis wieder anziehen fahren und wieder von
vorne anfangen. So ereichten wir etwas durchnässt das Auto,
fahren nun schnell zum Hotel hinauf. Eine ergiebige lange Dusche
und ein feines gediegenes Nachtessen waren mehr als verdient.
Natürlich wurden die Annehmlichkeiten des Hotels voll ausgekostet. |
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| Meine Uhr zeigte bereits wieder etwas nach 3 Uhr morgens und
die paar wenige Stunden Schlaf mussten reichen um die Heimreise
anzutreten. Nach einem Frühstück wurde dem Chauffeur
bereits die erste Prüfung auferlegt. Etwas heikel auf verschneiter
Strasse fuhren wir vorsichtig Richtung Benasque hinab. Einige
Stunden später wieder die gleiche eintönige Szene
wie bei der Anfahrt. Vielleicht mit dem kleinen Unterschied
nach viel Schnee, Bergen und Gipfeln waren die ersten Frühlingsfarben
für das Auge sehr erfrischend. In der Dunkelheit erreichten
wir unser Sektionsgebiet wieder. Die gute Disziplin und die
seriöse Führung von Franz Zürcher trug bestimmt
dazu bei das wir unversehrt und mit tollen Erlebnissen wieder
zurückgekehrt sind. Wir freuen uns jetzt schon gelungene
Bilder an einem Quartalshock zeigen zu dürfen. |
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| Nochmals besten Dank an Franz Zürcher!! |
| Gustav Schnyder |
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