| Skihochtouren
im Monte Rosa Gebiet
vom 20. - 22. April 2007 |
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Max Föhn, Koni Föllmi (Fotos), Kurt Schmid,
Jakob Schuler (Tourenbericht) und René Kistler
Leiter:
Elmar Schnellman |
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| Durchgeführte Touren im Überblick |
- Freitag, 20. April: Anreise zur Monte Rosa Hütte
- Samstag, 21. April: 4000er...
- Sonntag, 22. April: noch mehr 4000er und Rückreise
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| Auf
den letzten (Höhen)metern zur Monte Rosa Hütte |
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Bei herrlichem Sonnenschein und tiefblauem Himmel empfängt Zermatt zur Mittagszeit
sechs gut gelaunte Zindelspitzler, die sich für die kommenden drei Tage einiges vorgenommen
haben. Mit einer währschaften "Berglerrösti" im Magen und dem "Horu" vor Augen
lassen wir uns von der Gornergratbahn zum Rotenboden (2815 m ü.
M.) hochfahren, wo wir zum ersten Mal das eindrückliche Panorama der Monte Rosa auf
uns wirken lassen.
Den weiteren Weg durch das Usser Gornerli an den Gornergletscher (2640
m) hinunter legen wir zu Fuss zurück. Anschliessend geht es auf den Skis zum Grenzgletscher
hinüber und über diesen zur Monte Rosa Hütte (2815 m)
hinauf, die wir nach einem schweisstreibenden 2 ¾-stündigen Ab- und Aufstieg
erreichen. Nach dem Zimmerbezug und den gewohnten Retablierungsarbeiten werden an dem
für den SAC Zindelspitz reservierten Tisch einige Teekrüge leergetrunken...
Ein feines Nachtessen und die Besprechung der morgigen Etappe runden
den ersten Tag ab. In Anbetracht der uns bevorstehenden 2000 Höhenmeter und dem bei einigen unter uns
mehr oder weniger stark in Erscheinung tretenden Druck auf die Schädeldecke
legen wir uns rechtzeitig schlafen. Dank dem vielen Tee kommt der eine und
andere in der Nacht noch zum Genuss des Sternenhimmels bzw. der "Milchstrasse".
Jakob Schuler |
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Im Lichtkegel unserer Stirnlampen steigen wir zur frühen Morgenstunde über
die Moräne der unteren und oberen Plattje zum Grenzgletscher hoch
und erleben dabei das beeindruckende Schauspiel der an den uns umgehenden
Bergspitzen aufziehenden Morgenröte. Über verschiedenen Stufen
des lang gezogenen Grenzgletschers gewinnen wir langsam aber stetig an
Höhe. Begleitet von einem eisigen Talwind dringen wir immer tiefer
in die faszinierende Gletscherwelt ein. Abbröckelnde Seracs hier,
gewaltige Hängegletscher dort und unter unseren Skis zahlreiche
Gletscherspalten, die uns die Notwendigkeit des Angeseiltseins auf eindrückliche
Art und Weise vor Augen führen. Während die Nordostflanke des
mächtigen Liskamms bereits die gleissenden Sonnenstrahlen
reflektiert, ziehen wir unsere Spur durch den recht kalten
Schattenwurf der Dufourspitze.
Nach einem vierstündigen "frischen" Aufstieg stehen wir endlich
im wärmenden Sonnenlicht. Das prächtige Wetter zieht uns förmlich
in die Höhe, so dass wir uns gegen Mittag auf der Signalkuppe bzw.
Punta Gnifetti beim Rifugio Regina Margherita (der
höchstgelegenen Hütte der Alpen) auf 4554 m ü.
M. zum ersten Viertausender gratulieren dürfen. Die Anstrengung
des 6¾-stündigen Aufstiegs wird mit einer fantastischen Aussicht
belohnt! Während sich ein Teil unserer Gruppe anschliessend auf
dem Colle Gnifetti (4452m) eine ausgiebige Mittagsrast gönnt, "bestaunen" die
anderen auf der Zumsteinspitze (4563 m) Skiabfahrtsspuren
in der steilen Monte Rosa Ostflanke. Via Seserjoch nehmen wir anschliessend
wieder alle gemeinsam den dritten und letzten Gipfel des heutigen Tages
in Angriff: Parrotspitze (4432 m) . Die hohe Temperatur
hat im Verlauf des späteren Nachmittags auf der Alpensüdseite
grosse Wolkentürme aufgebaut, so dass wir auf unserer Abfahrt im
inzwischen etwas schwer gewordenen Sulzschnee auf dem Lisgletscher schon
bald einmal vom "Dampf" eingehüllt werden.

Gipfelfreuden bei besten Verhältnissen
Mit einer "gesunden Müdigkeit" erreichen
wir schliesslich nach 11-stündigem Unterwegssein die Gnifettihütte (3647
m). Ein beeindruckendes Tagespensum liegt hinter uns. Einige
von uns haben heute sogar ihren persönlichen "Höhenrekord" gebrochen.
Mit einem kräftigen Grappa (merci René!) stossen
wir nach dem Nachtessen in froher Runde darauf an. Allzu übermütig
werden wir jedoch nicht, erwarten uns morgen doch auch noch
einmal "einige" Höhenmeter
im Auf- und Abstieg!
Jakob Schuler
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Nach einer sternenklaren Nacht steht uns erneut ein Prachtstag bevor.
Die Gipfelbereiche des Montblanc- und Grand Combin-Massivs glänzen
bereits im Sonnenlicht während wir mit Hilfe unserer Harscheisen über
die hart gefrorene Schneedecke des Lisgletschers hochsteigen. Mit einem
der grossen Höhe angepassten Schritt führt uns Elmar sicher
und souverän den nächsten Zielen entgegen. Als erste Gastgeberin
empfängt uns heute nach 2½-stündigem Aufstieg die Piramide
Vincent (4215 m). Wir fühlen uns alle wohl und sind stolz
darauf, einen weiteren wunderschönen Viertausender in unser Palmarès
aufnehmen zu dürfen. Nach einer kurzen Abfahrt montieren wir ein
weiteres Mal die Felle und steuern das nahe liegende Balmenhorn
(4167 m) mit seinem "Adlerhorst"-Rifugio an. Kräftiges
Händeschütteln auch hier oben. Unsere Blicke schweifen über
eine immer wieder von neuem faszinierende Bergwelt: welch ein Geschenk!
Doch nicht genug:
Gut akklimatisiert und voll motiviert können wir es uns erlauben,
einen zusätzlichen Berg anzupeilen. Während zwei unserer Kameraden
sich beim Skidepot auf 4271 m einen "Verschnaufer" gönnen, steigen
die übrigen in die Steigeisen und ziehen sich mit kräftigen
Pickelschlägen die restlichen Höhenmeter am 50° steilen
Gipfelhang des Corno Nero bzw. Schwarzhorn (4321
m) hoch. Die Gipfelfoto sagt alles: "In unseren Herzen brennt
eine Sehnsucht, die lässt uns nimmer mehr in Ruh!". Für heute
sind "alle guten Dinge" einmal nicht drei sondern vier, steht doch tatsächlich
noch ein weiterer Viertausender am Weg, der sich über unseren Besuch
freuen würde: die Ludwigshöhe (4341 m). Wir
lassen uns nicht zweimal bitten und gratulieren einander 4½ Stunden
nach Aufbruch von der Gnifettihütte tatsächlich zum dritten
bzw. vierten Viertausender am gleichen Tag. Für uns alle ein einmaliges
Erlebnis, das sich wohl nicht mehr so schnell wiederholen lässt: "Freude
herrscht!". Noch einmal wandern unsere Blicke über das einzigartige
Panorama der Monte Rosa, bevor uns der obere Gipfelhang der Ludwigshöhe
beim Kurzschwingen auf idealster Unterlage zum Jauchzen bringt. Bald
ist jedoch wieder volle Konzentration und Vorsicht geboten, zwingen uns
doch all die sichtbaren und unsichtbaren Spalten des Grenzgletschers
zur Abfahrt am gestreckten Seil. Das gar nicht so einfache Skifahren
am Seil klappt ausgezeichnet und schenkt uns bei diesem Kaiserwetter
und Bilderbuchpanorama eine Talfahrt wie im Märchen: Genuss pur!

Pause in prachtvollem Alpenpanorama
Nach knapp zwei Stunden geniessen wir auf der Terrasse der Monte Rosa
Hütte die verdiente Mittagsrast und nehmen anschliessend die restliche
Abfahrt über den Grenz- und Gornergletscher unter die Latten. Der "zügige" Aufstieg
vom Rand des Gornergletschers (2640 m) zum Rotenboden (2815 m) mit "Vollpackung" treibt
den restlichen Schweiss aus den Poren. Kaum sind wir an unserem Ausgangspunkt
angetroffen, nähert sich vom Gornergrat her bereits die Bahn Richtung
Zermatt: Ein Timing nach Mass, das unseren Monte Rosa-Skihochtouren den
perfekten Schlusspunkt setzt. Glücklich - und (wir geben es gerne
zu) auch mit "etwas" Stolz in unseren Bergsteigerherzen - lassen wir
die herrliche Kulisse und die ausgezeichneten Tourenverhältnisse
hinter uns. Ein Erlebnis der Superlative gesellt sich unauslöschlich
zu unseren Erinnerungen: Während den drei vergangenen Tagen waren
wir total 22 Stunden (inkl. Pausen) mit Vollpackung unterwegs, durften
einander auf sechs bzw. sieben Viertausendern zum Gipfelerfolg gratulieren
und legten dabei je 3'208 Höhenmeter im Auf- und Abstieg zurück.
Bleibt mir zum Schluss die schöne Aufgabe, Dir Elmar im Namen aller
Teilnehmer ganz herzlich zu danken. Du warst uns einmal mehr ein umsichtiger
und kompetenter Tourenleiter. Danken möchte ich auch allen übrigen
Teilnehmern. Die tolle Kameradschaft und gegenseitige Unterstützung
haben wesentlich zum Erfolg dieser drei Hochgebirgstage beigetragen.
Lachen, im April 2007
Jakob Schuler |
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| Noch
fehlen einige (Höhen)meter bis zur Monte Rosa Hütte… |
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| Gipfelerlebnisse
der Superlative - Unauslöschliche Erinnerungen! |
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| Verdiente
Pause in grosser Höhe. In Anbetracht der Gipfelparade geradezu
ein Muss! |
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