Sektions-Tourenwoche Gauligebiet
vom 23.-30.
Juli 2005 |
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| Hans Räber, Christine Huber, Frank Jenne, Ines + Ernst Ostertag,
Hans Feusi, Monika Studer, Röbi Ziegler, Köbi Meile, Fredi Kälin |
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Um 9.10 Uhr hält mein Zugabteil in Thalwil genau vor Fredi
und seiner Truppe. Durch das Fenster begrüssen wir uns und ich freue
mich so über den herzlichen Empfang. Danach sitze ich mit Christine
bis Luzern im Ruheabteil und natürlich
schweigen wir uns nicht so lange an. Prompt ziehen wir uns eine Ermahnung
einer Mitreisenden zu, weil wir so leise sind.
In Meiringen versorgen
sich dann nicht wenige gleich mit Informationsmaterial zu Tourenmöglichkeiten
im Grimselgebiet. Aber nur Grammweise mit wenigen Flyers, denn die Rucksäcke
sind schwer. Und dann fährt
uns das Taxi leider nur bis zum Parkplatz auf 880m Meereshöhe. Und
noch so ein weiter Weg zur Gaulihütte. Von mir aus hätte das
Auto ruhig etwas weiter fahren können. Aber am Parkplatz ist nun
Schluss und wir starten um 12.25 Uhr bei grosser Wärme und Luftfeuchtigkeit.
Fredi hatte keine Hetzjagd geplant und trotzdem sind wir überraschend
schnell unterwegs. Immer wieder wird der Höhenmesser studiert und
auf 1850m stellt sich die Frage: nehmen wir den Weg über den See
mit leichtem Zwischenabstieg, oder steigen wir direkt hoch zur Hütte?
Christine, Fredi und ich bilden die Nachzüglergruppe und wir steigen
direkt hoch zur Hütte und schenken uns den See.
Der Weg wird nun
kurzweiliger. Leichte Kraxeleien über runde Felsklippen
wechseln mit Grasgelände und bald haben wir 2200 Höhenmeter
erreicht. Der Weg verläuft nun mehr oder weniger horizontal, aber
die erhoffte Hütte taucht immer noch nicht auf. Also, die Gaulihütte
muss man sich echt mit Mühsal verdienen. Dann endlich entdeckt Fredi
die Fahne der Hütte und um 17h treffen alle auf der Hütte ein.
Die Gaulihütte ist nicht so gross, aber ein echtes Bijou. In den
folgenden Tagen werden wir die Gastfreundlichkeit des Hüttenwirtpaares
und ihrer Assistentin noch sehr zu würdigen wissen. Zum Abendessen
gibt es dann, Oh Überraschung, auch Salat (das ist dann auf jeder
Hütte Standard), Risotto und Würstchen. Zur Freude aller Teilnehmer
stiftet Fredi als Nachtisch einen Russenzopf, den er nicht selbst gebacken,
aber selbst hoch getragen hat. Um 22 Uhr schleichen wir dann mit unseren
Kopflampen bewaffnet ins Lager. Von
Frank Jenne |
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Um 4.30 Uhr ist Tagwache. Zusammen mit anderen Alpinisten bereiten
wir uns schnell und leise vor. Das Frühstück ist sehr gut und
ausgiebig (das wird in der Folge immer so sein). Um 5.30 Uhr brechen
wir auf. Gleich bei der Hütte steigt der Weg steil an. Es ist für
den frühen Morgen relativ warm und wir kommen ins Schwitzen. Vorbei
an den Chipfenseeli und am Chipfenstock erreichen wir die Gletscherzunge.
Weiter oben erkennt man, wie der Gletscher steil ins Urbachtal abbricht
und kann sich vorstellen, warum er Hangendgletscher heisst.
Im oberen
Gletscherteil bekommen wir im Steileis eine Kostprobe vorbildlicher Sicherungstechnik
geboten. Fredi legt neun Eisschrauben um uns durch diesen Steilabschnitt
in den Fels zu lotsen. Danach beginnt eine rutschige Kraxelei bis zum
Grataufschwung. Und nun wird es sehr schön. Einzig die starke
Abkühlung und der Wind sind störend. In herrlicher, leichter
Kletterei und stetigem auf und ab, aber mehr auf, erreichen alle um 11
Uhr den Gipfel. Es ist dort oben nicht so gemütlich und darum machen
wir nur ein paar Fotos und steigen gleich darauf wieder ab. Einzeln passieren
wir nun den Abschnitt mit den Eisschrauben und lassen uns weiter unten
zu einer Essenspause nieder. Der weiche Schnee erlaubt uns, bis viele Höhenmeter
bergab zu rutschen. Am Schluss gibt es noch ein Wettrennen mit dem einsetzenden
Regen. Bei Aprilwetter (Regen und Sonnenschein) erreichen wir um 14.30
Uhr wieder die Gaulihütte. Nun haben wir Zeit zum Ausruhen und einige
nehmen auch ein Bad im Bergbach. Bei Kaffee und Weisswein beenden wir diese
schöne Tagestour. Heute hat es weniger Gäste auf der Hütte,
so dass wir allein im Lager sind, mit viel Platz. Frank
Jenne |
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Morgen, um 4.30 Regen. Fredi lässt uns weiterschlafen bis 7.00.
Beim Frühstück um 7.30 leuchten die Berggipfel in der Sonne
und viel blauer Himmel war zu sehen. Fragende Gesichter: haben wir falsch
entschieden? Was machen wir heute? Nach ausgiebigem Frühstück
dann die einstimmige Annahme des Vorschlags – Ränfenhorn 3259m,
bescheidener, aber sehr lohnender Aussichtsgipfel. Möglichst schnell
packen und so waren alle um 9.00 abmarschbereit. Die Sonne begleitete
uns von der Hütte weg und als wir dann bergan gingen, kamen wir
recht ins schwitzen. So waren wir nicht unglücklich, wenn die Sonne
wieder hinter den Wolken verschwand! Nach dem 1. steilen Anstieg eröffnete
sich uns ein gewaltiger Anblick. Der Gauligletscher in seiner enormen
Grösse und das ganze Panorama mit Hubelhorn, Trifthorn, Ewigschneehorn,
Ankenbälli, Bärglistock und Rosenhorn. Immer mit dieser Aussicht
ging's wie auf einem Höhenweg bis zum Gletscher. Bis zu diesem Punkt
war auch der Schreck unseres Tourenleiters wieder etwas verdaut! Plötzlich
stellte er fest, dass die vermeintlich eingepackten Steigeisen fehlten!
Mit einigen "Ausrufen" versuchte er sich von dem Missgeschick
zu befreien. Beim Einstieg auf den Gletscher ein grosses Aufschnaufen,
er war griffig. Mit einigen Spaltensprüngen und zügigem Schritt
ging es den Gletscher hinauf.
Fredi steuerte zielstrebig ins Geröll,
obwohl der Gletscheraufstieg doch auch gegangen wäre! Nach dem Geröll
folgte ein steiler Schneeaufstieg, wo sogar unser Tourenleiter meinte,
dass dies noch recht in die Beine ginge. Nach einer kurzen Verschnaufpause
ging es weiter über Gletscher, ein paar Felsen und dann fast flach über "Pflotsch" zu
einem Steinhaufen, der sich Ränfenhorn nennt. Es war ca. 13.00,
wo man sich gegenseitig gratulierte und sich schnell über etwas
Flüssiges und Essbares hermachte. Die Wetteraussicht war aber gar
nicht erfreulich. Eine schwarze Gewitterwand rückte grollend näher
auf uns zu. Die Gipfelrast wurde sehr kurz. Hastig brachen wir auf und
rutschten und sprangen auf direktem Weg den Gletscher hinunter um dem
bedrohlichen Gewitter zu entfliehen. Noch bevor wir im Fels waren, fing
es an zu regnen. Kurzer Stopp, Regenschutz anziehen und im Eiltempo weiter
bergab. Im Fels befahl uns dann Fredi die Pickel und sonstiges Material
weit weg zu deponieren und hinzukauern. Es blitzte und donnerte einmal
vor, dann wieder hinter uns und zum starken Regen kam noch Graupel dazu.
Einige Zeit mussten wir in dieser unbequemen Stellung verharren und der
Gesichtsausdruck verschiedener Teilnehmer war sicher nicht nur wegen
dem Krampf in den Beinen so angespannt! Fredi ist ein sehr rücksichtsvoller
und aufmerksamer Tourenleiter und so erkundigte er sich bei allen über
das Befinden und munterte, wo nötig, auf. Endlich verzog sich das
Gewitter und es wurde heller, unsere Gesichter auch, und der Regen lies
etwas nach. Wir packten Rucksack, Pickel und Stöcke und stiegen
weiter über Felsblöcke und Schutt bis zum Gletscher ab. Wir
waren schon alle mit einem Fuss auf dem Gletscher, als das Gewitter zurück
kam und wir die Übung von vorher nochmals durchziehen mussten. Es
blitzte 2-3-mal ganz nahe und wiederum war es uns unheimlich zu Mute.
Der Regen wurde stärker und so nützte der beste Regenschutz
nicht mehr viel und so beeilten wir uns danach, den Gletscher so schnell
als möglich hinter uns zu lassen. Der restliche Rückweg bis
zur Hütte wurde dann etwas angenehmer, da es aufgehört hatte,
zu Regnen.
In der Hütte angekommen gestaltete sich das Trocknen
der nassen Kleider nicht ganz unproblematisch. In der Zwischenzeit war
eine Gruppe mit Kinder und Erwachsenen angekommen, die ebenfalls völlig
durchnässt
waren. Der Hüttenwart hatte im Winterraum den Ofen eingeheizt, Seile
gespannt und so versuchten alle einen Platz zu ergattern um Schuhe, Socken,
Hosen, usw. zu trocknen. Auch Lampenschirme und Stuhlbeine wurden behängt
ganz nach dem Motto: Not macht erfinderisch!
Bald schon duftete es wieder
verführerisch gut aus der Küche
und wir freuten uns auf das Nachtessen. Suppe, Salat, Kartoffelstock mit
Geschnetzeltem mundeten vorzüglich und ein Glas Wein rundete das wohlverdiente
Essen ab. Später wurde dann noch das morgige Programm besprochen -
Ewigschneehorn oder Hubelhorn war die Frage. Nach eingehender Diskussion
mit Bergführer und Hüttenwart Reto stand fest, dass das kürzere
Hubelhorn wegen Grossen Spalten, Gletscherrückgang und grossem Bergschrund
zu unsicher und schwierig sei und somit entschied sich Fredi für das
Ewigschneehorn. Christine Huber |
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Abmarsch 5.50 und Aufstieg wie gestern aber angenehmer und kühler.
Das Panorama erstrahlte in der Morgensonne, alle freuten sich, denn das
Wetter scheint gut zu werden! Beim Gletscher Steigeisen anziehen denn
der Regen hatte gestern alles mit einer feinen Eisschicht überzogen.
Lange Überquerung des breiten Gauligletschers. Anseilen, dann steiles
Schneefeld hochsteigen. Steigeisen weg, kleinere, leichte Kletterei über
Felsen Richtung „Grienbärgli“. Plötzlich vor uns
zwischen den Felsen ein Gärtchen mit grünem Moos und vielen
leuchtenden Frühlingsenzianen, einfach eine Augenweide. Erfreut über
diese Blumenpracht ging's weiter über Blöcke und Schneefelder
zum „Frühstücksplatz“ unter Beobachtung von 2 Gämsen.
Ausgiebige Rast ca. 500m unter dem Gipfel. Natelbesitzer konnten endlich
SMS’len oder telefonieren. Wichtig für uns war aber zu erfahren,
wie sich das Wetter am heutigen Tag entwickeln würde und so hat
Fredi die Lokalprognosen von Innertkirchen angefragt, welche Gewitter
für den Nachmittag voraussagten. Einige mochten nicht mehr weiter
aufsteigen und entschlossen sich hier zu warten, die anderen gingen zügigen
Schrittes dem Grat zu. Fredi war wiederum gespannt, wie sich uns der Übergang
auf den Grat präsentieren wird! Ohne Probleme kamen wir auf den
Grat, wo eine interessante Kletterei begann. Wir sind gut vorangekommen,
doch bei einer Pause ca. 200m unter dem Gipfel beschloss Fredi, die Tour
aufgrund der Wetterentwicklung abzubrechen. Also kehrten wir um, rutschten
zügig die steilen Schneefelder hinunter, wo wir die andern wieder
trafen und stiegen weiter zum Gletscher ab. Wolken kamen, lösten
sich auf oder zogen vorbei, riesige Wolkentürme entstanden hinter
den Bergen aber es sah noch nicht nach Gewitter aus. Hätten wir
den Gipfel doch machen können? Haben wir falsch entschieden? Nun,
im nachhinein sieht alles anders aus. Der Entscheid war da und es war
gut so. Es war übrigens wunderbar, den Abstieg in die Hütte
auch mal bei Sonnenschein zu machen und dabei die prächtige Alpenflora
geniessen zu können.
Ein paar unentwegte zog es dann bei der Hütte
gleich zum Bach, um sich zu erfrischen und auch wieder einmal ordentlich
waschen zu können.
Später traf man sich wieder auf der Sonnenterrasse, die einen mit
einem grossen Bier andere mit einem Glas Weisswein. So verbrachten wir
plaudernd den Nachmittag, bis plötzlich die Frage nach dem Nachtessen
auftauchte. Alle tippten auf Polente, aber unser Tourenleiter war darüber
gar nicht erfreut! "Kann man so was feines nicht gern haben?" Ein
nicht anwesender Zindlianer würde hier sagen: "Es isch halt
nöd jede Huushalt glich!"
Es gab dann ein wunderfeines Reiz Casimir und die Welt für Fredi war
somit wieder in Ordnung. Wir waren sehr gut aufgehoben in der Gaulihütte,
haben immer sehr gut gegessen und die aufgestellte, fröhliche Hüttenhilfe
Simone hat sich für uns mächtig ins Zeug gelegt. Den Abend liessen
wir alle mit einem Gaulikaffee ausklingen und mit grossen Erwartungen an
die nächste Hütte versank jeder in seiner Traum– oder Schnarcherwelt! Christine Huber |
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Zuerst mal die gute Nachricht: die Tagwache
wird auf 5 Uhr verschoben. Grund: die Tour wird als relativ kurz eingeschätzt.
Nach herzlichem Abschied von Simone, geht es erst einmal bergab, Richtung
Gletschersee. Am tiefsten Punkt gibt es dann erst einmal ein hin und
her mit der Wegsuche. Die Orientierung ist an dieser Stelle nicht einfach.
Dafür ist aber der Weg sehr schön. Er lohnt sich wegen der
imposanten Wasserfälle und dem wunderbaren See als kleine Wanderung
von der Gaulihütte. Im See schwimmen kleine Eisberge. Das ganze
Ensemble wirkt wie ein Kunstwerk.
Nach der Pause geht es dann allmählich
bergauf. Zuerst auf der Moräne, dann auf dem aperen Gletscher. Bald
kommt ein Steilaufschwung auf dem Gletscher und wir alle dürfen
mal wieder den richtigen Steigeiseneinsatz im steilen Eis üben.
Die Sonne brennt gnadenlos herunter und so langsam kommen wir alle ins
Schwitzen. Immer wieder suchen unsere Augen den Grat nach dem Joch ab, über
das wir wollen. Fredi lokalisiert dann mit dem Fernglas die Position,
erkennbar am Steinmann.
Nun wird
es aber steil, und die Überwindung der letzten Spalten
und des Bergschrundes verlangen von unserem Führer Fredi an Mut
und Technik noch einmal viel ab. Aber auch für die weniger Erfahrenen
unter uns, einschliesslich mir, ist die Überwindung der nun gesicherten
Passage sehr aufregend. Ohne eingebohrte Sicherungen und Trittbügel
wäre sie wohl kaum zu schaffen, oder aber sehr schwierig. Allein
die Überwindung dieses Jochs braucht fast zwei Stunden! Danach wird
es aber viel einfacher. Auf eine schöne Abseilübung folgt eine
Pause auf einer „Steininsel“. Dabei erleben wir sehr eindrücklich,
wie ein tonnenschwerer Felsblock von seinem Gletschertisch herunterrutscht
und in Fahrt kommt. Seine Gleitspur kreuzt unsere Fussspur auf der wir
uns noch vor wenigen Minuten bewegt hatten.
Der Weg führt uns durch Schnee bergab und dann auf einem markierten
und anspruchsvollen Pfad über glatte Felsen und Gras zur Lauteraarhütte,
welche wir schon lange vorher tief unter uns sehen. Um 16.30 erreichen
wir die gastliche, schöne und klassische Lauteraarhütte. Nach
dieser anstrengenden Tour beschliessen wir, morgen einen freien Tag zu
machen und schenken uns das Scheuchzerhorn. Was uns an dieser Hütte
begeistert? Das Essen, die Holztäfelung, die Gämsen an der Hütte
mit den süssen Gamskitz. Frank Jenne |
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Eigentlich war für den heutigen Tag die Besteigung des Scheuchzerhorn
geplant. Nach längerer Debatte und Prüfung von Alternativen wie
der Besteigung des Rothorns wurde beschlossen, stattdessen einen Ruhetag
einzulegen. Nach dem Frühstück um 7:30 Uhr konnte im wesentlichen
jeder tun und lassen was er wollte. Je nach Naturell des Teilnehmers bestand
das fakultative Programm u.a. aus der Mithilfe bei den täglichen Arbeiten
in der Hütte, Jassen, schlafen im Gras, baden in einem der Tümpel
in der näheren Umgebung, dem Studium der Alpenflora im ausgeliehenen
SAC Alpenblumenführer oder einer Rekotour auf den Unteraargletscher.
Nicht zuletzt wurden auch die diversen kulinarischen Spezialitäten
der Lauteraarhütte verkostet. Ab 16:30 Uhr trafen dann erneut die
Gämsen ein und so manch einer schlich sich an (nicht, dass man dabei
sehr geschickt sein musste..) und verbrachte eine halbe Stunde bei der
Beobachtung des Kommen und Gehens. Nach dem Nachtessen zogen sich die meisten
relativ früh zurück, um für den nächsten Tag wieder
fit zu sein. Erstaunlich, wie schnell ein Tag mit Nichtstun vorbeigeht
- und wie müde man dabei werden kann…. Auffallend war noch,
dass Fredi sich beim Abendessen mit dem Wein stark zurück hielt: scheinbar
stand ein anstrengender und anspruchsvoller Tag bevor.
Monika Studer |
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| Tagwache um 4:15 Uhr und Frühstück um 4:30 Uhr. Im Schein
der Stirnlampen machten wir uns um 5:15 Uhr auf den Weg. Zuerst erwartete
uns der ca. 200 Höhenmeter betragende Abstieg über einen klettersteigähnlich
angelegten, mit Drahtseilen, Eisenstiften und Leitern versehenen Weg
hinunter auf den Unteraargletscher. Eine luftige Angelegenheit, so früh
am Morgen! Der technisch einfache „Spaziergang“ über
Unteraar-, Finsteraar- und Strahlegggletscher führte uns in ca.
5 Stunden am Aarbiwak vorbei zum Einstieg auf den Strahleggpass. Um es
nicht allzu gemütlich zu gestalten hatte Fredi allerdings das Tempo
etwas gesteigert (was sich im nach hinein als weiser Entschluss erwies).
Trotzdem blieb genügend Zeit die schöne Stimmung beim Sonnenaufgang
und die Gletscherlandschaft zu bewundern und die Ruhe zu geniessen. Leider
zogen im Bereich des Scheuchzerhorn und Finsteraarhorn schon bald schwarze
Wolken auf. Obwohl hinderlich schien der plötzlich auftretende Bergwind
das schlechte Wetter noch aufzuhalten.
Auch hier erwies sich der Übergang
von Schnee in den Fels als der Knackpunkt der Tagesetappe, den Fredi,
zwar ohne Rucksack, aber souverän meisterte. Die folgende Kletterei
im unteren 3. Grad bis zum Pass (ca. 200 Höhenmeter) ging mit Ausnahme
von ein oder zwei Stellen recht gut. Frustrierend empfand ich einzig
die Gämse, die zuerst von oben auf uns herabschauend – wer
kommt denn da so ungelenk und keuchend– dann sozusagen in Falllinie
an uns vorbei die Wand runter und auf dem Schneefeld davon rannte. Auf
dem Strahleggpass angekommen, war montieren von Regenjacke und „Pyjama“ für
den Rucksack angesagt. Die schwarzen Wolken hatten uns endgültig
eingeschlossen. Auf dem Abstieg über den Gaagg begegneten wir noch
6 jungen Steinböcken, die ich aber leider aufgrund eines Ausrutschers
auf dem Schneefeld nicht wirklich gebührend bewundern konnte. Vom
Gletscher folgte ein leichter Gegenaufstieg zur Schreckhornhütte.
Auf den letzten Metern ging das Nieseln dann in Regen über. Kaum
waren alle in der Hütte angekommen (ca. 15:30 Uhr) ging das Donnergrollen
und Blitzen im Talkessel los. Perfektes Timing vom Tourenleiter. Das
Hüttenehepaar hatte uns erwartet und reichte uns einen sehr süssen
Tee zur Begrüssung, dessen Rezept die Hüttenwirtin auch nach
ausdauernder Bearbeitung durch Hans nicht preisgab. Mit Weissbier, feinem
Hüttenkuchen und einem reichlich üppigen und wunderbar schmackhaften
Spaghetti Z’Nacht liessen wir die Tourenwoche ausklingen.
Monika Studer
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Ein brummiger Hüttenwart weckt uns morgens um 4.20 Uhr. Entspannt
bleibe ich noch 5 Minuten liegen und stehe dann erst auf. Alleine nehmen
wir dann in dem grossen Gastraum das Frühstück zu uns und brechen
um 5.30 Uhr auf. Bei Nebel und leichtem Nieseln steigen wir langsam bergab.
Die erste Hälfte des Weges, bis zum Gasthaus Bäregg 1800m ist
anspruchsvoll. Immer wieder gibt es mit Drahtseil gesicherte Passagen
auf glatten und nassen Felsstufen. Dabei zählen wir sicher weit
mehr als hundert Alpensalamander, welche sich bei der feuchten Witterung
auf den Bergwegen einfinden. Eigentlich haben wir sie nicht exakt gezählt,
sondern gaben bei der Zahl fünfzig auf. Aber es waren so viele und
wir mussten darauf acht geben, sie nicht zu zertreten.
Im Gasthaus Bäregg
fanden wir uns dann um 8 Uhr zu Kaffee und Gipfeli ein. Trotz grosser
Feuchtigkeit wärmte dieses Frühstück
unsere Seelen auf und wir wurden viel fröhlicher und schwatzhafter.
Der restliche Weg verlief dann sehr gemütlich bis zur Bergstation
Pfingstegg.
In Grindelwald schauten wir uns dann wie die anderen Touristen
die Läden an und warteten bei Bier und Pommes frites auf den Zug. Über
Interlaken Ost, Bern und Zürich reisten wir dann nach Hause.
Diese
Hochtourenwoche erschien mir einfach riesig. Vom Inhalt her hätten
es durchaus zwei Wochen sein können. Ich beglückwünsche
Fredi Kälin zu seiner Auswahl und sehr guten Tourenleitung.
Frank
Jenne |
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