Skitourenwoche Dolomiten
vom
11.-18. März 2006 |
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| Teilnehmer:
Elmar Schnellman, Urs Lehmann, Sepp Schätti, Cornelia Müller, Martin Nauer, Stefan Nietlisbach,
Trudy Kälin, Marianne Tanner, Sepp Schätti, Kari Koller, Reto Hermann,
Peter Wittenwiler, Daniel Burkhardt
Leiter:
Benno Kälin |
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| Durchgeführte Touren im Überblick |
- Samstag, 11. März: Anreise nach Tiers
- Sonntag, 12. März: Rosengarten
- Montag, 13. März.: Marmolada
- Dienstag, 14. März: Piz Boe 3152m
- Mittwoch, 15. März: Tofana di Rozes
3225m
- Donnerstag, 16. März: Cresta Bianca, 2932m
- Freitag, 17. März: Drei Zinnen Rundtour
- Samstag, 18. März: Rückreise
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An einem furchtbar grauen, kalten Wintermorgen
mit starkem Schneefall, traf sich eine Gruppe von 14 skitourenbegeisterte
Alpinisten beim Bahnhof in Siebnen. Man sagt dass alle dass gleiche
Ziel, nämlich
die spezielle Gebirgsgruppe genannt Dolomiten ins Auge gefasst hätten.
Als Leiter hatte man sich geeinigt, dass einer Namens Benno die Gruppe
anführen soll und dass dieser sich nicht um die organisatorischen
Dinge kümmern soll hat man sich an einen gewissen Fredi zurückbesonnen,
der doch bei der Rettungskolonne sich immer um das Wohl der Gäste
gekümmert haben soll. Also startete man Richtung Österreich,
um nach einem Nord- Süd Übergang genannt Brenner den ersten Espresso
oder Cappuccino zu geniessen. In der Nähe einer mittelalterlichen
Stadt genannt Bozen wurde das Gefährt, wo eigens für dieses Unternehmen
gechartert worden war, die engen Kehren einer wilden Schlucht zu einem
weiteren Übergang genannt Karrerpass hinaufgezwängt, um nach
einer alten Dolomitensiedlung Tiers zu gelangen.
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Nach einem ausgiebigen Frühstück, welches dem Nachtessen
ebenbürtig war, sass die gut gelaunte Gruppe erwartungsvoll im Bus.
Bereits bei der Abfahrt stellten wir fest, dass der Wind bis ins Dorf
Tiers runterfegt und in der Höhe die Windfahnen sehr kräftig
waren. Fredi fuhr uns bequem über den Karrerpass nach Vigo di Fassa
wo wir mit Hilfe der Luftseilbahn und Skilift in die Höhe kamen.
Nach einer kurzen, rassigen Abfahrt wurden die Felle montiert und wir
liefen in einem Auf und Ab durch relativ viel Neuschnee, die Höhe
halten ins Tal rein Richtung Grasleiterpass. Je weiter wir ins Tal vorstiessen
umso mehr machte sich der Wind bemerkbar. Irgendwann hatte dann jeder
seine Jacke und Mütze montiert. Sehnsüchtig schaute ich den
Hügel hinauf wo zwei Hütten standen, in der Hoffnung, dass
im Windschutz der Hütte etwas Tee getrunken werden kann.
Es kam
noch viel besser, Benno probierte ob die Türe offen ist
und so konnten wir im windstillen, kalten Winterraum der Hütte unseren
Proviant vertilgen und warmen Tee geniessen. Die Sonne war immer wieder
als Scheibe zu sehen, aber der Wind.... der wollte nicht nachlassen.
Nach einer Weile wurde dann aufgrund der sehr grossen Kälte, dem
starken Wind und der Lawinensituation beschlossen, dass wir den Grasleiterpass
nicht überqueren sondern wieder ins
Tal zurück fahren.
Schon bald kamen wir an einer Alpwirtschaft vorbei
welche offen hatte und die ganze Gruppe war ohne Widerrede sofort für
einen wärmenden
Halt. In der Nähe des warmen Ofens genossen wir herrlichen Glühwein
und Kaffe. Beim Verlassen der Hütte zeigte das Thermometer –10
Grad und dies ohne Wind! Kein Wunder fanden wir alle es sei wirklich
mehr als sehr kalt und dies im März!
Nach einer rasanten Abfahrt
die Schlittelpiste runter wurden wir in Pera von Fredi abgeholt und
in unsere Unterkunft gefahren.
Cornelia Müller
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Hotel Belvedere in Vigo di Fassa (1400 müM), Frühstücksbuffet
um 7.30 Uhr, Morgentemperatur -13°C, fast kein Wind, leicht bewölkt,
Schneeverhältnisse: windgepresster Bruchharst, manchmal tragend,
stellenweise Pulver.
Eine knappe Stunde später fährt uns Fredi via Canazei zum
nördlich der Marmolada gelegenen Stausee Lago die Fedaia auf 2050
müM. Wir überwinden die nächsten 600 Höhenmeter zum
Rifugio Pian dai Fiacconi mit einer der unzähligen Drahtseilbahnen,
die sich in den Dolomiten finden. Jede hat ihren eigenen Charakter. Bei
dieser hier hängen im Abstand von ca. 10 Meter an einem Stahlrohr
ovale Eisenplattformen, die von einem hüfthohen Gatter eingefasst,
gerade Platz für zwei stehende Personen bieten. Mit den Ski in der
Hand und dem Rucksack auf dem Rücken ist keine Bewegung mehr möglich.
Eingepfercht bleibt einem nur der Blick nach vorne und der Gedanke, wie
sich das hinter dem Rücken des zweiten Tourenfahrers befindliche
Türchen in der Bergstation wohl wieder öffnen lässt und
sich der Ausstieg gestaltet… Glücklicherweise ist die Bergstation
besetzt und eine hilfreiche Hand öffnet das Tor und stützt
uns beim Rückwärtsaussteigen - verlangsamt die Bahn sich doch
um kein bisschen.
Nach kurzer Beratung steht für Tourenleiter Benno fest, dass wir
aufgrund des Treibschnees nicht auf den Hauptgipfel der Marmolada aufsteigen
können und uns mit dem östlichen Punta Rocca mit 3250 müM
zufrieden geben müssen. Wir fellen also gegen Süden über
den Ghiacciaio della Marmolada bis auf den Grat in der Nähe der
Bergstation der Schwebebahn. Benno, Urs, Elmar, Stefan, Sepp und Peter
nehmen zu Fuss die letzten 50m Anstieg über die Felsen und den schneebedeckten
Grat in Angriff, was durch das legen eines Fixseiles durch Benno sehr
erleichtert wird. Den restlichen Teilnehmer empfiehlt Benno zum Aufwärmen
und Warten das Restaurant in der Bergstation. Bei unserer Rückkehr
vom Gipfel nach ca. 2 Stunden erwartet uns eine durchgefrorene Gruppe
im Freien: Leider existierte das Restaurant infolge eines Umbaus der
Bergstation seit 2 Jahren nicht mehr.
Nach der Abfahrt entlang der Aufstiegsspur und einer Aufwärmpause
im Rifugio Pian dai Fiacconi, queren wir zuerst nach Westen und steigen
dann nördlich in Sforcela de la Marmolada (2896 müM) auf. Die
letzten Meter legen wir mit Steigeisen zurück und auf der Abstiegsseite
unterstützt uns ein Fixseil, die Wächte und die steilsten Meter
zu überwinden, liegen doch die Stahlseile und Tritte des Klettesteigs
mehrheitlich unsichtbar unter einer Triebschneeschicht. Danach folgen
1400 m Abfahrt nach Alba (1500 müM) durch das Val Rosalia und Val
de Contrin mit unterschiedlichen Schneeverhältnissen und unterschiedlicher
Steilheit aber bei schönstem Winterwetter. Nach der abschliessenden
sehr steilen Waldabfahrt auf einem schmalen Wanderweg erwartete uns um
18 Uhr bereits – zuverlässig wie immer – „unser“ Chauffeur
Fredi mit „unserem“ Bus. Nach dem gestrigen Tag genossen
wir heute die Sonne und die Sicht. Eine rundum gelungene Tour!
Peter Wittenwiler |
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Hotel Belvedere in Vigo di Fassa (1400 müM), Morgenessen um
7.30 Uhr, Temperatur -5°C, kein Wind, blauer Himmel, Sonnenschein, im
Verlaufe des Tages immer wärmer. Schnee: windgepresst, hart, tragend.
Mit dem Bus und allem Gepäck fahren wir via Canazei auf den Passo
Pordoi (2239 müM) am Fusse der Sella Gruppe. Mit der Gondelbahn
schweben wir auf 2950 müM (Sas de Pordoi). Aus der Bahn heraus sind
im Blickfeld zwei sehr steile und schmale Couloirs auszumachen, die einige
von uns liebend gerne abfahren würden. „Leider“ hat
Benno aber den Piz Boe und das Val de Mesdi im Programm. Wir legen also
die Strecke auf den 3152 m hohen Piz Boe mit einer kurzen Abfahrt, kurzem
Fellen und kurzem Fussaufstieg rasch zurück. Nach einer ausgiebigen
Rast im Windschatten der Gipfelhütte schwingen wir den Gipfelhang
nach Nordwesten ab, überwinden ein schmales und steiles Couloir,
in das sich Stefan mutig als erster begibt, und erreichen das Rifugio
Boe auf 2871 müM. Hier treffen wir auch wieder auf die Skifahrer,
die direkt von Sas de Pordoi hierher querten. Nun steht die traumhafte
Abfahrt von über 1300 Höhenmeter durch das Val de Mesdi nach
Colfosco (1580 müM) bevor: Eingerahmt von bizarren, sich senkrecht
emporschwingenden Felswänden beidseits des Tales, teilweise fast
beängstigend nahe, schwingen wir in engeren oder weiteren Bogen
durch die anfangs sehr steile und schmale, sich später etwas öffnende
und wieder schliessende Klamm talwärts. Zahlreiche Zwischenhalte
mit staunenden Blicken und klickenden Fotoapparaten unterstreichen die
traumhafte Landschaft mit ihren eigenartigen Felsformationen - und über
allem ein strahlend blauer Himmel.
Während Fredi, Dani, Cornelia, Martin und Reto ab ca. 14 Uhr die
Skipisten unsicher machen und sich per Bahn und über Skipisten nach
San Cassiano durchschlagen, geniessen wir die Sonne bei Kaffee und Crepes
und versorgen uns mit den neuesten Ausgaben der Dolomiten-Landkarten.
Via San Cassiano, wo die Skifahrer zusteigen, fahren wir auf einer kurvenreichen
Strasse nach Südosten auf den Passo Falzarego. Diese Fahrt bietet
uns top Aus- und Einsichten in Täler und auf Felswände und
zeigt uns so wieder einmal mehr die Vielfältigkeit und Schönheit
der Dolomiten. Nördlich des Passes und 170 Höhenmeter tiefer
erreichen wir unsere neue Unterkunft Al Sasso di Stria (1935 müM),
die vollkommen abgelegen an der Passstrasse liegt, aber so komfortabel
ist wie die bisherigen Pensionen. Nach einer warmen Dusche, dem Käseappero
und der Schlacht am Salatbuffet geniessen wir das ausgewählte Abendessen
und beenden an der Bar einen weiteren herrlichen Tourentag.
Peter Wittenwiler |
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Sonntag morgen, 2. April. Ich sitze in der wärmenden Frühlingssonne
auf dem Siebner Stockberg und habe die vertraute Kulisse der Wägitager,
Glarner und Zentralschweizer Berge vor Augen. Unzählige besuchte
Gipfel grüssen herüber und meine Gedanken schweifen weg, tauchen
ab. Erinnerungen werden wach beim Anblick dieser prächtigen Szenerie
und Fragmente vergangener Skitouren ziehen wie Filmsequenzen vor meinem
inneren Auge vorüber. Plötzlich mischen sich Bilder dazwischen,
die nicht in unsere Gegend passen wollen. Schroffe, senkrechte Felsbastionen
mit weissen Sockeln, bizzarr und fein gegliederte Monumentalwerke, deren
Türmchen und Spitzen gotischen Bauwerken gleich dem Himmel entgegenstreben,
vertikale Wände am ehesten noch mit den Bockmattliwänden zu
vergleichen. Richtig, ich wollte doch noch meinen Beitrag zum Tourenbericht
der Dolomitenwoche schreiben ...
Rückblende,
Mittwoch,
15. März. Heute steht ein weiterer Höhepunkt dieser ausschliesslich aus Höhepunkten
bestehenden Tourenwoche auf dem Programm, die Tofana. Genau genommen besteht
die Tofana aus drei Gipfeln, von N nach S der Tofana di Dentro 3238 m,
Tofana di Mezzo 3244 m und der Tofana di Rozes 3225 m. Letzterer gilt unsere
Aufmerksamkeit.
Nach dem üppigen Frühstück im Hotel al Sasso di Stria,
wenig unterhalb der Passhöhe des Falzaregopasses gelegen, bringt
uns Fredi in kurzer Fahrt zur Passhöhe, von wo uns die Schwebebahn
650 m zum Pizo Lagazuoi (2752 m) in die Höhe katapultiert. An das
makellose Wetter bereits gewohnt, nehmen wir heute erfreut die Windstille
und milden, schon beinahe frühlingshaften Temperaturen zur Kenntnis.
Eindrücklich ragt im Osten die Tofana di Rozes auf und manch einer – wenigsten
aber der Autor – fragt sich, wie denn nur zum Teufel wir auf dieses
Bollwerk hochkommen sollen. Nun, die Tour beginnt um ca. 9.30 Uhr vergnüglich
harmlos mit einer ersten Abfahrt, die – hätten wir geahnt
wie die Zweite werden würde – wir wohl bewusster ausgekostet
hätten, hinunter zur Forc. Lagazuoi und in einer Traverse hinüber
zur Forc. Travenanzes; diese gibt uns Zugang ins gleichnamige Tal. Es
folgen weitere lange Traversen, die uns unweit der Forc. Col dei Bòs
vorbei und den Hängen unter der Westwand der Tofana di Rozes entlang – hier
holen wir uns endlich den bei Dolomitentouren in Aussicht gestellten „Gratis-Steinschliff“ – zum
Einstieg der heutigen Schlüsselstelle bringen.
Um 10.30 Uhr stehen
wir auf 1980 m nicht unerwartet, aber nicht minder beeindruckt, am
Fusse der Scala del Menighel: eine lange Reihe von Eisenstiften rankt
sich der Steig beinahe senkrecht 100 Höhenmeter die Wand hoch, welche
den Zugang ins Hochtal El Majarie versperrt, nicht wirklich schwierig,
aber doch recht ausgesetzt. Wir bilden Seilschaften, schnallen die Ski
auf die Säcke und kurze Zeit später tönt das vertraute
Schleifgeräusch der eingeklinkten Karabiner, durchsetzt mit dem
einen oder anderen Schimpfwort, wenn dieser sich wieder verklemmt hat,
aus der Wand.
Um 12.30 Uhr sitzen wir alle oben angekommen an der Sonne,
gestärkt für den weiteren Aufstieg zur Forc. Fontananegra (2580
m). Benno setzt routiniert eine angenehme Spur, der folgend wir, durch
die atemberaubende Kulisse beinahe in Trance versetzt, gegen 13.30 Uhr
den Pass erreichen. Noch trennen uns 650 Hm vom Gipfel. In unzähligen
Kehren und mit Entlastungsabständen arbeiten wir uns die nicht enden
wollende NE-Flanke hoch und erreichen auf etwa 3070 m den N-Grat der
Tofana di Rozes. Inzwischen hat sich das Wetter „entwickelt“,
anfänglich Cirren und Cirrenfelder, beginnt nun Schichtbewölkung
von Südosten her die Gipfel einzulullen, die Zeit drängt. Also
geht’s nach kurzer Pause mit Steigeisen und Pickel die letzten
150 Hm dem N-Grat folgend zum Gipfel, den wir alle ca. um 15 Uhr erreichen.
Leider ist die Sicht auf die umliegenden Gipfel der abgesunkenen Wolkenbasis
wegen nicht mehr allhin frei, dennoch, die Aussicht bleibt atemberaubend
und der Tiefblick beeindruckt. Mit Freude und ein wenig Stolz erfüllt
erreichen wir das Skidepot.
Etwa um 16 Uhr sind alle zur Abfahrt bereit.
In den steilen Hängen der NE-Flanke ist nicht skifahrerische Eleganz
gefragt sondern Sturzfreiheit. Um 16.20 erreichen wir wieder die Fontananegra.
Hier war im Ersten Weltkrieg Frontgebiet, wovon im Zerfallen begriffene
Bauten auch heute noch Zeugnis ablegen. Nicht vorstellbar, was sich hier
während dieser Kriegsjahre zugetragen haben muss. ... Weiter geht
die Abfahrt durch ein steiles Südcouloir, das sich dann in traumhafte
Hänge hinunter zum Rif. Alpe Dibona öffnet. Traumhaft? ...
ist nur die Topografie, der Schnee den wir antreffen, ist „Bruchharst
vom Feinsten“. So machen sich die meisten dasselbe Motto zu eigen:
Wie vernichte ich mit minimaler Energie maximale Höhe ... ohne dass
es mich auf den Sack haut! Schliesslich erlöst uns ab besagter Alp
eine Waldstrasse, die schliesslich ins Skigebiet von Lazedel mündet.
Genussvoll schwingen wir die Pisten gegen Cortina hinunter, wo wir gegen
17.30 Uhr eintreffen.
Nach kurzer Wartezeit auf unseren zuverlässigen
Chauffeur und „Boy für Alles“, Fredi, – seine
guten Dienste seien an dieser Stelle nochmals herzlich verdankt – und
dem obligaten Anstossen auf die gelungene Tour erreichen wir um 18.40
Uhr müde, zufrieden und hungrig unser Hotel am Falzaregopass.
Benno, dir möchte ich an dieser Stelle für die toll angelegte,
exzellent vorbereitete und souverän geführte Tourenwoche nochmals
herzlich danken. Du hast mir einmal mehr unvergessliche Erlebnisse beschert.
Reto Hermann |
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Bericht über eine Skitour, die eigentlich gar keine war.
Nach einem äusserst ausgiebigen und vielfältigen Frühstück
in unserer Unterkunft Sasso di Stria nahe dem Falzarego-Pass, machten
wir uns zu einem ganz speziellen Erlebnis auf. Wir waren gespannt, was
der heutige Tag uns alles für Überraschungen bringen mag.
Den Bus wieder mit sämtlichem Material vollgepackt, begaben wir
uns bei durchzogenem Wetter über Cortina d’Ampezzo zum Passo
Tre Croci 1860m. Dank den modernen Aufstiegshilfen überwanden wir
die ersten Höhenmeter elegant und ohne Schweisstropfen. Auch die
zweite Etappe nahmen wir mit Hilfe eines Sesselliftes zügig in Angriff.
Als aber die Hänge um uns immer steiler wurden und uns bei der Mittelstation
gar ein Schild „For experts only“ vor der Weiterfahrt warnten, überkam
uns ein doch etwas mulmiges Gefühl.
Auf Fourc. Stounies (2851m) nahe dem markanten Monte Cristallo angekommen,
genossen wir die imposanten Tief- und Rundblicke zurück zu unseren
letzten Tageszielen. Gleichzeitig nahmen wir dankend zur Kenntnis, dass
wir heute die Felle nicht auf die Skis aufzuspannen hatten und wir gar
nicht von einer eigentlichen Skitour sprechen konnten. Nur noch wenige
Höhenmeter trennten uns von unserem heutigen Tagesziel der Cresta
Bianca 2932m. Das machen wir doch mit „links“. Noch ahnten
nur wenige, was heute wieder auf uns zukommen soll. Wir bildeten vier
Dreierseilschaften, schnallten die Skis auf unsere Rucksäcke, montierten
Pickel und Steigeisen um den ersten Teil des Dibona – Klettersteigs
in Angriff zu nehmen. Anfangs gingen wir noch davon aus, dass uns ein
gemütlicher, kurzer „Spaziergang“ bevorsteht, schnell
wurden wir aber eines besseren belehrt. Tunnels (zum Kriechen), Kavernen,
Seilbrücken, Leitern, Abseilstellen, Kletterpartien und steile Firnhänge
standen uns in den nächsten 2 bis 3 Stunden bevor.
Wohl mussten wir auf dieser Skitour, die eigentlich gar keine war,
nur wenige Aufstiegsmeter mit aufgeschnallten Skis bewältigen, trotzdem
wurden wir alpintechnisch gefordert. Aufkommender Nebel verhinderte,
dass wir uns bei den ausgesetzten Passagen nicht zu stark von den imposanten
Tiefblicken ablenken liessen.
In der Cresta Bianca angekommnen stand uns eine steile und abwechslungsreiche
Abfahrt über 1400 Höhenmeter durchs Val Pra Del Vecia bevor.
Dichter Nebel verhinderte, dass wir direkt losfahren und den stiebenden
Neuschnee geniessen konnten. Aber schon sehr bald lichtete sich der Nebel
und wir konnten die rassigen Skihänge in vollen Atemzügen geniessen.
Stolz durften wir bei der Ankunft in der Nähe von Schluderbach
auf eine weitere anspruchsvolle und abwechslungsreiche Skitour, die uns
aber alpintechnisch stark gefordert hatte, zurückblicken.
Zufrieden über die wunderbare und eindrückliche Tour durften
wir uns wieder von Fredi Kälin in gekonnt souveräner Manier
nach Sexten chauffieren lassen. Unterwegs erheischten wir uns gar noch
einen Blick auf die imposanten Drei Zinnen, unserem morgigen Tagesziel.
Elmar Schnellmann |
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Nach einem reichhaltigen Frühstück lockte es uns nach
draussen wo uns ein strahlender Tag begrüsste. Wir fuhren mit unserem
Fredi-Bus Richtung Schluderbach wo wir beim Hotel Drei Zinnen ausstiegen.
Der Name sagt es schon. Heute war unser Ziel eine etwas spezielle Art
der Drei Zinnen Durchquerung. Nach einem genüsslichen Anfang des
Wanderwegs entlang ging es immer steiler in ein Seitental, besser gesagt
Waldschlucht hinauf die so ihre Tücken hatte. Trotz viel Schnee
bahnte sich Benno eine Spur, die uns viel Arbeit an Spitzkehren und manch
anderen Hindernissen entgegenbrachte. Nach diesem rechten Stück
Arbeit, denn ich glaube diese Schlucht ist üblicherweise nicht als
Winteraufstieg gedacht, kamen wir zu einem Sattel, wo wir genüsslich
etwas tranken und schon die erste Aussicht Richtung Missurina und Christallo
genossen.
Nach der kurzen Pause ging es wieder steil bergauf. Diesmal
auf den Col de Mezzo. Das Panorama das uns da erwartete war grandios.
Die drei Zinnen strahlten uns von ihrer schönsten Seite an. In weiter
Ferne sah man auch schon die Drei Zinnen Hütte, doch die Distanz
sagte auch, dass noch ein langer Fussmarsch zu bewältigen war. Nach
einigem Staunen und vielen Fotos bahnten wir uns einen Weg entlang der
imposanten Nordwände dieser Obeliske zur Drei Zinnen Hütte.
Die Sonne strahlte und es wurde so richtig warm. Für mich war es
zum erstenmal so richtig genüsslich da ich das warmes Wetter mehr
geniesse als die vielleicht andere, bei denen es den Schweiss auf die
Stirn trieb. Gut gelaunt und die Hütte immer näher kommend
schafften wir den Hüttenaufstieg. Jetzt waren wir alle sehr durstig
und genossen bei einer wunderbaren Sicht an die Zinnenwände eine
Mittagsrast.
So gegen Nachmittag entschlossen wir uns dann noch einen eher unbekannten
Hüttengipfel zu besteigen, um nachher die bekannte, steile Abfahrt
ins Fischleintal unter die Skis zu nehmen. Im oberen Teil etwas ruppig,
im unteren Teil tiefer Pulver ja sogar soviel, dass ein mit grossen Blöcken
gespicktes Bachbett befahren werden konnte erreichten wir die Talschlusshütte
zuhinterst im Talboden. Nach einem Halben Radler ging’s dann weiter
bis zu den ersten Häusern einige Kilometer weiter vorne im Tal wo
uns Fredi schon wieder erwartete.
Trudy |
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| Trotz des strahlenden Morgens und der grandiosen Erinnerungen von
gestern packten wir unsere Sachen. Unser Logistiker, der Fredi, belud
mit einigen kräftigen Helfern unsern Anhänger
mit Skis und Rucksäcken. Nach einer gemütlichen Fahrt Richtung Brennerpass, Innsbruck
und weiter zur Gegend des Arlbergs, wo noch mal ein ausgiebiger Mittagshalt gemacht wurde,
kamen wir dann wieder in die Nähe unseres Heimatlandes. Im Rheintal, wo wir Marianne
verabschiedeten wussten wir dass diese Woche sehr nahe dem Ende angelangt ist. Mit der
tollen Unterstützung von Fredi konnten wir unsere Wünsche für die Stops
individuell wünschen, was wir als tollen Service erfahren durften. So bleibt uns jetzt
halt nur noch die Erinnerung an eine wirklich unvergessene Tourenwoche in den Dolomiten
bis wir wieder zu neuen Abenteuern aufbrechen. Hoffentlich bald wieder ...
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| Drei Zinnen (Dolomiten) |
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